Kategorie: Kassel

  • Kassel entwaffnen ist keine Kunst

    Krieg beginnt hier. Aktionskonferenz in Kassel am 26. März

    Im Sommer 2022 findet die documenta, die weltweit größte Ausstellung für zeitgenössische Kunst, in Kassel statt. Die documenta fifteen wird von dem indonesischen Kollektiv ruangrupa kuratiert, das die Bedeutung von Nachhaltigkeit und globaler Gerechtigkeit besonders betont. Der Rüstungsstandort Kassel, ein wichtiges Zentrum der deutschen Kriegsindustrie, steht diesem Anspruch klar entgegen. 365 Tage im Jahr werden hier Waffen produziert und in die ganze Welt exportiert.

    Bis zu einer Million Tourist:innen besuchen die documenta und für 100 Tage schaut die Welt nach Kassel. Das werden wir nutzen und gemeinsam während der documenta fifteen Widerstand gegen die Waffenkonzerne der Stadt und gegen die verheerenden Konsequenzen von Rüstungsexporten, Aufrüstung und Abschottung leisten.

    Unsere Aktionen werden so vielfältig und entschlossen sein wie die Bewegungen aus denen wir kommen. Die Forderung nach dem sofortigen Stopp aller Rüstungsproduktion verbindet uns. Sie ist ökologisch katastrophal. In einer Welt mit begrenzten Ressourcen hat die Produktion von Kriegsgerät, das einzig und allein zur Zerstörung eingesetzt wird, keinen Platz. Ihre sofortige Abschaffung ist ein notwendiger und konkreter Schritt für eine nachhaltige, lebenswerte und gerechte Zukunft.

    Noch viel schwerer wiegen die durch Kriege verlorenen Menschenleben und zerstörten Gesellschaften im von der Klimakrise stark betroffenen globalen Süden – Konflikte, von denen die Waffenindustrie in Kassel direkt profitiert. Besonders drastisch zeigt sich das in Rojava, wo der türkische Staat mit deutschen Waffen unsere Freund:innen der kurdischen Freiheitsbewegung überfällt und so den Aufbau einer lebenswerten Gesellschaft verhindert.

    Die gleichen Konzerne, die Waffen exportieren und damit Kriege ermöglichen, liefern die europäischen Grenzmauern zur Abschottung von Flüchtenden gleich mit. Diese Grenzmauern werden flankiert und legitimiert durch die rassistische Erzählung von der Verteidigung des Wohlstands der Gesellschaften des Globalen Nordens gegen Migrant:innen. Das sind keine neuen Entwicklungen. Es handelt sich um historische Kontinuitäten. Sie sind seit dem Zeitalter der Kolonisierung und des klassischen Imperialismus zu einem weltumspannenden System geworden.

    Frieden, soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit sind untrennbar verbunden mit der Überwindung von Beherrschung und Unterwerfung. Der Blick nach vorne in eine friedliche Welt zeigt schließlich die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive. Tatsächliche Sicherheit erfordert nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern auch die Abschaffung ungerechter sozialer Verhältnisse, ungleiche Geschlechterverhältnisse eingeschlossen.

    Wir laden alle Klimaaktivist:innen, Feminist:innen, Antirassist:innen, Antifaschist:innen, Künstler:innen und alle anderen Kämpfer:innen für eine friedliche und gerechte Welt ein, auf der Aktionskonferenz gemeinsame Pläne für einen heißen, antimilitaristischen Sommer 2022 in Kassel zu schmieden. Unsere Vielfalt, unsere unterschiedlichen Perspektiven und Ideen sind unsere Stärke.

    Informationen zu Ort und Ablauf folgen.
    Rückmeldung und Kontakt: rheinmetall-entwaffnen@riseup.net

    Bündnis Rheinmetall entwaffnen, Februar 2022

  • Kommuniqué No. 1

    Wir haben Großes vor. Im Sommer 2022 kommen wir nach Kassel. Die Stadt zeigt sich als ein Kristallisationspunkt unserer Zeit, weswegen wir es wagen, uns hier ins Handgemenge zu begeben, um die zerstörerische Gegenwart zu beenden und die Zukunft zu erfinden.

    Die Stadt der Künste wird in diesem Jahr wieder einem Wimmelbild voller Menschen gleichen, wenn die »documenta« von Juni bis September ihre Pforten öffnet, um kollektiv entstehende zeitgenössische Kunst zu präsentieren. Schon fast traditionell entfalten sich dabei Räume für Protest und Widerstand. Die ganze Welt blickt in diesen Wochen auf Kassel und dies wird uns eine Bühne sein. Aber nicht nur das: Künstler*innenkollektive aus aller Welt sind gleichfalls vor Ort und ein Hauch von Internationalismus wird durch die Straßen wehen, wenn sie uns von ihren Kämpfen erzählen.

    Die Stadt der Rüstung ist ein zentral in der Bundesrepublik gelegener Waffenproduktionsort. Seit über 100 Jahren wird hier Tod und Leid produziert, mit denen Deutschland die Welt überzieht. Das deutsche Rüstungszentrum wurde deshalb im Zweiten Weltkrieg zerbombt, was sich heute noch in der Stadtarchitektur zeigt, und wurde bald wieder zur Waffenschmiede. Aus Kassel kommen beispielsweise die Leopard-2-Panzer mit denen das türkische Regime unsere Freund*innen der kurdischen Freiheitsbewegung überfällt. Um Angriffskriege zu stoppen, müssen wir hier die Rüstungsindustrie angreifen.

    Die Stadt der Klimakrise weist sich durch ihre perversen sechsspurigen Straßen mitten durch die City aus, aber ebenso durch das Volkswagenwerk im Landkreis und das Mercedes-Benz-Werk in unmittelbarer Nachbarschaft zu Rheinmetall in der Nordstadt. Auch das größte deutsche Erdgas- und Erdölunternehmen Wintershall Dea mit Hauptsitz in Kassel nehmen wir in unseren Fokus. Denn als Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung hängen für uns Klimakatastrophe und Krieg untrennbar zusammen.

    Die Stadt der Nazi-Morde an Halit Yozgat und Walter Lübcke sowie der Schuss auf einen antifaschistischen Geschichtslehrer 2003 sind nicht ohne die anhaltende Präsenz der Kassler Nazi-Szene denkbar, auf der wie ein Fettauge der hessische Verfassungsschützer Andreas Temme schwimmt. Dies ist nur ein Ausdruck der hessischen Verhältnisse unter der schwarz-grünen Landesregierung. Aber auch die organisierte Anklage gegen Politik und Behörden kommt aus Kassel: Auf Initiative von Familie Yozgat demonstrierten im Mai 2006 über 3000 Menschen überwiegend aus migrantisierten Communitys durch die Innenstadt. Es war die größte Manifestation im Zusammenhang mit den NSU-Morden.

    In diesen und vielen weiteren Widersprüchen werden wir uns im Sommer 2022 bewegen. Das verspricht eine aufregende und spannende Zeit, die vieles ermöglichen wird. Dort, wo sich gewichtige Probleme der Welt bündeln, ist ein geeigneter Ort, dagegen zu kämpfen. Wie das konkret aussehen kann, werden wir auf einer Aktionskonferenz am 26. März in Kassel austüfteln. Wir laden euch ein, mit uns in die nordhessische Großstadt zu kommen. Lasst uns gemeinsam eine neue Perspektive öffnen, um in gewohnt frecher Art den deutschen Normalzustand zu durchbrechen und die gegen das Leben gerichteten Verhältnisse nachhaltig zu stören.

    rheinmetallentwaffnen.noblogs.org

    Rheinmetall Entwaffnen, Februar 2022

     

    Die englischsprachige Fassung des Textes befindet sich hier:
    https://rheinmetallentwaffnen.noblogs.org/languages/english/

  • Auf ein antimilitaristisches Jahr 2022: Wir sehen uns in Kassel!

    Im Jahr 2022 werden wir als „Rheinmetall Entwaffnen“-Bündnis in Kassel sein. Kassel ist ein zentral in der BRD gelegener Rüstungsproduktionsstandort, in dem unter anderem die Panzer produziert wurden, mit der die Türkei wiederholt in Rojava eingefallen ist.

    In den kommenden Wochen erfahrt ihr dazu Näheres. Seid gespannt!

    Wir wünschen uns und euch ein kämpferisches neues Jahr!

    Transparent "Kassel: Rheinmetall wir kommen!" - gesehen auf der Aktion in Oberndorf
    Transparent „Kassel: Rheinmetall – wir kommen!“ – gesehen auf der Aktion in Oberndorf
  • Heraus zum Ostermarsch in Kassel

    Klimagerechtigkeit bedeutet auch ein Ende der Rüstungsindustrie!

    Rheinmetall Entwaffnen Kassel ruft zum Ostermarsch auf:
    Samstag, 3. April, 10.30 Uhr,
    Wolfhager Str./ Ecke August-Bode-Str., anschließende Demo zur Abschlusskundgebung um 12 Uhr am Rathaus.
  • Blockadetag in Kassel

    Ein Überblick über den ganzen Tag in einem Video. Danke, dass ihr alle mitgemacht habt.

    Am 28. August 2020 wurden zahlreiche Redebeiträge gehalten. Die Themen waren sehr vielfältig – von Rojava über Feminismus bis zu Antifaschismus (in Kassel mordete der NSU). Nachfolgend ist exemplarisch einer der vielen Reden dokumentiert. Sie stammt von einen iranischen Freund, in dessen Körper sich bis heute zahllose Splitter deutscher Waffen befinden.


    Liebe Menschen,

    ich bin froh mit Euch hier zu stehen, um unsere Stimme gegen die mörderische Waffenindustrie und gegen ihr politisches System gemeinsam lauter werden lassen. Ich bin heute hier, weil ich seit 39 Jahren unzählige deutschen Splitter in meinem Körper trage, weil mich ihr Schmerz und deren Gespenst Tag und Nacht begleitet. Das Gespenst vom Weltmeister der Waffenindustrie: Deutschland.

    (mehr …)

  • Ein erfolgreicher Tag

    Der Tag geht langsam zu Ende. Wir hatten Blockaden, Demonstrationen und wir haben gestört! Heute gab es keine Ruhe für die Rüstungsproduktion und in Zukunft wird es die auch nicht geben.

    Schön, dass ihr dabei seid!

    Rheinmetall, KMW & Co entwaffnen!

  • Wir blockieren!


    Seit heute früh um 5.20 sind alle Eingänge zum West-Werk von KMW blockiert.

    Aktuelle Bilder findet ihr hier.

    Fotos vom Tag gibt es hier: https://flic.kr/s/aHsmQozDyb

    Kriegsindustrie blockieren! Rheinmetall, KMW & Co entwaffnen!

  • Es ist soweit!

     

    Am Freitag 28.8. ist es soweit: Wir werden in Kassel die Rüstungsindustrie blockieren.

    Damit ihr euch gut in der Stadt zurecht findet, haben wir hier noch ein paar Karten als PDF, wo ihr verschiedene Rüstungsstandorte, die Kundgebung und Demo eingezeichnet findet.

    Hier findet ihr auch noch unsere Informationen zu Blockieren in Zeiten der Pandemie.

    Aktuelle Informationen findet ihr immer in den Sozialen Medien von uns.

    Wir freuen uns auf euch!!

    #Rheinmetallentwaffnen – Kriegsindustrie blockieren!

  • Treffpunkte in Kassel

    Gemeinsam blockieren wir am 28. August in Kassel die Rüstungsindustrie!

    Treffpunkte in Kassel

    • 10 Uhr Kundgebung und Anlaufstelle auf dem Lutherplatz
    • 16 Uhr Demonstration startet am Halitplatz

    Außerdem gibt es von 11.30 bis 15.30 Küfa mit veganem Essen in der Schillerstraße 30, Galeria Kollektiva.

    Aufruf zur Aktion

    Info-Veranstaltungen in vielen Städten bundesweit

    Kontakt zur Bettenbörse. Falls ihr in Kassel übernachten wollt oder müsst und noch keinen Schlafplatz habt, könnt ihr eine Email schreiben an:

    Bettenboerse_kassel [at] riseup.net
  • Aufruf: Gemeinsam blockieren wir die Rüstungsindustrie

    Ab dem  frühen Morgen und Vormittag des 28. August werden wir gemeinsam mit vielen Menschen die Rüstungsindustrie in Kassel blockieren. Wenn wir zusammen die Kriegsmaschinerie unterbrechen, bedeutet das für uns verantwortungsvoll zu handeln: als Teil der globalen widerständigen Vielfalt, die das skrupellose System der Unterdrückung & Zerstörung nicht akzeptiert, als Teil eines Kampfes, der sich über die Jahrzehnte und durch die Regionen der Welt zieht und als Teil einer Utopie, einer Alternative zur kapitalistischen Moderne.

    Eine Einladung, das Richtige zu tun
    Auch wenn Ohnmacht, Angst und Individualisierung für viele Menschen, uns eingeschlossen, wesentlicher Teil der Corona-Erfahrung war und vielleicht auch noch ist, steht für uns fest: Wir wollen nicht zurück zum Normalzustand, denn er ist das Problem – geprägt von Nationalismus, Unterdrückung und Kriegen. Wir wissen, dass die Kriege auch hier beginnen, hier in Kassel in den Produktionshallen von Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann (KMW). Wir blockieren diese Konzerne, weil wir den Krieg angreifen, den Nachschub kappen und die Kriegsmaschine lahmlegen wollen. In den letzten Jahren gab es einige Blockadeaktionen in Kassel. An diese und viele weitere Aktionen gegen Krieg und Militär wollen wir Ende August anknüpfen. (mehr …)